SMD-Dioden Kennzeichnung: Kathodenring und Codes wie M7, A7, Z2
Wo bei SMD-Dioden und LEDs die Kathode ist, warum der Aufdruck ein Herstellercode und keine Typbezeichnung ist und wie man das Bauteil über Code, Bauform und Pinzahl findet. Geprüfte Beispiele M7, S4, A7, Z2, SMAJ und Messung mit dem Multimeter.

Auf einer SMD-Diode stehen meist zwei Hinweise: ein Ring oder Strich und ein kurzer Code aus zwei bis vier Zeichen. Der Strich kennzeichnet fast immer die Kathode. Der Code ist keine Typbezeichnung, sondern ein Kürzel aus der Liste des jeweiligen Herstellers — etwa M7, S4, A7 oder Z2. Hier geht es um Bauformen, den Kathodenstrich, die Suche nach Codes, Z-Dioden, TVS-Dioden, LEDs und die Prüfung mit dem Multimeter.
Bauformen von SMD-Dioden
Die Bauform grenzt das Bauteil ein, noch bevor man den Code liest. Zweipolige Dioden gibt es als Kunststoffgehäuse (SOD-Familie, SMA/SMB/SMC) oder als Glaszylinder (MELF). Das dreipolige SOT-23 ist dasselbe Gehäuse wie bei Transistoren; darin steckt eine Diode oder ein Diodenpaar.
| Bauform | Andere Bezeichnung | Körper, mm (ca.) | Typischer Inhalt |
|---|---|---|---|
| SOD-523 | — | 1,2 × 0,8 | Kleinsignaldioden, Z-Dioden, ESD-Schutz |
| SOD-323 | SC-76 | 1,7 × 1,25 | Kleinsignal, Schottky, Z-Dioden |
| SOD-123 | — | 2,7 × 1,6 | Schottky von einigen hundert mA bis etwa 1 A, Z-Dioden |
| MiniMELF | SOD-80, DO-213AC | 3,5 × Ø1,5 | LL4148, Z-Dioden |
| MELF | DO-213AB | 5,0 × Ø2,5 | Gleichrichter, Z-Dioden |
| SMA | DO-214AC | 4,3 × 2,6 | 1-A-Gleichrichter (M1…M7), Schottky SS1x, TVS SMAJ |
| SMB | DO-214AA | 4,3 × 3,6 | stärkere Gleichrichter und Schottky, TVS SMBJ |
| SMC | DO-214AB | 6,9 × 5,9 | Leistungsgleichrichter, TVS SMCJ |
| SOT-23 | TO-236 | 2,9 × 1,3 | Doppeldioden (BAV99 u. a.), Z-Dioden BZX84 |
Körpermaße ohne Anschlüsse, gerundet. Genaue Werte stehen in der Gehäusezeichnung im Datenblatt.
Der Strich ist die Kathode
Bei zweipoligen Dioden sitzt der Strich — hell auf schwarzem Kunststoff, bei MELF ein farbiger, oft schwarzer Ring — auf der Kathodenseite. Im Schaltzeichen ist die Kathode der Querbalken an der Spitze des Dreiecks. In Durchlassrichtung liegt Plus an der Anode und Minus an der Kathode.
Auch der Bestückungsdruck der Platine markiert meist das Kathodenpad, mit Linie, Ecke oder Doppelstrich. Fehlt die Markierung und die Diode ist schon ausgelötet, hilft der Schaltplan oder eine Messung an einer baugleichen Diode daneben.
Der Aufdruck ist ein Code, keine Typbezeichnung
Auf SOD-123 oder SOT-23 passt keine volle Typbezeichnung, deshalb druckt jeder Hersteller einen Kurzcode aus seiner eigenen Liste. Eine Norm dafür gibt es nicht: Derselbe Code kann bei zwei Herstellern zwei verschiedene Bauteile bedeuten, und dasselbe Bauteil trägt bei zwei Herstellern verschiedene Codes. Eine allgemeingültige Tabelle „Code → Diode“ gibt es daher nicht.
So sucht man einen Code
- Code genau abschreiben. Logo und Datumscode (oft ein eigenes Zeichen oder eine eigene Zeile) weglassen.
- Bauform und Anzahl der Anschlüsse bestimmen.
- In einem SMD-Code-Verzeichnis nach „Code + Bauform + Pinzahl“ suchen — meist kommen mehrere Kandidaten.
- Im Datenblatt jedes Kandidaten die Spalte Marking oder die Bestelltabelle prüfen und die Pinbelegung vergleichen.
- Die Schaltung ansehen: Eine Diode neben der Spule eines Schaltreglers ist eher eine Schottky, eine am Versorgungseingang eher eine TVS.
Keine Diode zum SOT-23-Code gefunden? Vielleicht ist es ein Transistor — siehe SMD-Transistoren Kennzeichnung.
Beispiele, geprüft an Datenblättern
| Code | Bauform | Bauteil | Geprüft bei |
|---|---|---|---|
M7 | SMA | Gleichrichter 1000 V, 1 A — gleiche Werte wie 1N4007; die Reihe M1…M7 reicht von 50 bis 1000 V | Diotec, MCC |
S4 | SMA | Schottky SS14 (40 V, 1 A) von Vishay; andere Hersteller drucken das volle SS14 | Vishay, MCC |
A7 | SOT-23 | BAV99, zwei Dioden in Reihe: Pin 1 Anode, Pin 2 Kathode, Pin 3 Mittelpunkt | onsemi, Nexperia, Multicomp |
Z2 | SOT-23 | Z-Diode BZX84C5V1, 5,1 V | onsemi, Diodes Inc. |
AE / WE | SMA | TVS SMAJ5.0A (unidirektional) / SMAJ5.0CA (bidirektional) | Vishay, Alpha & Omega |
Die Zeile SS14 zeigt, warum man das Datenblatt braucht: ein Bauteil, zwei verschiedene Aufdrucke, je nach Hersteller.
Z-Dioden der Reihe BZX84
Im SOT-23 trifft man am häufigsten Z-Dioden der Reihe BZX84. Der Buchstabe steht für die Toleranz (C = 5 %, B = 2 %), danach die Spannung mit V als Komma: 5V1 = 5,1 V. Auf dem Gehäuse steht wieder ein Code. Die BZX84C5V1 trägt bei onsemi und bei Diodes Inc. gleichermaßen Z2, die BZX84C3V3 dagegen bei onsemi Z14 und bei Diodes ZE. Die 2-%-Variante BZX84B5V1 von onsemi ist T11. Auch die Pinbelegung kommt aus dem Datenblatt: bei onsemi Pin 1 Anode, Pin 3 Kathode, Pin 2 nicht belegt.
Z-Dioden in SOD-123, SOD-323 und MiniMELF haben den üblichen Kathodenstrich. Eine Z-Diode arbeitet in Sperrrichtung: Kathode zum Pluspol.
TVS-Dioden: SMAJ, SMBJ, SMCJ
Die Reihen SMAJ, SMBJ und SMCJ stecken in SMA-, SMB- und SMC-Gehäusen, mit typischer Impulsleistung von 400, 600 und 1500 W. Die Zahl im Namen ist die Arbeitsspannung: SMAJ5.0A ist ein 5-V-Typ.
- Endung
A— unidirektional: Der Strich markiert die Kathode. - Endung
CA— bidirektional: kein Strich, Polung egal.
Auch die Codes unterscheiden sich: Vishay kennzeichnet SMAJ5.0A mit AE und SMAJ5.0CA mit WE. Eine TVS ohne Strich ist also sehr wahrscheinlich bidirektional und nicht abgerieben.
SMD-LEDs
LEDs tragen selten einen Code, und jeder Hersteller markiert die Kathode anders: abgeschrägte Ecke, farbiger Strich oder Punkt oben, Dreieck oder „T“ auf der Unterseite. Die Zeichnung zeigt übliche Varianten; vor dem Löten gilt das Datenblatt oder die Messung.
Prüfen mit dem Multimeter
Im Diodentest schickt das Messgerät einen kleinen Strom, meist um 1 mA, und zeigt die Durchlassspannung an.
- Rote Messspitze an die Anode, schwarze an die Kathode: Eine Silizium-Gleichrichterdiode zeigt etwa 0,5–0,7 V, eine Schottky weniger, etwa 0,15–0,4 V. Die genauen Werte hängen von Messgerät und Bauteil ab.
- Umgekehrt: OL. Nahe null in beide Richtungen bedeutet Kurzschluss, OL in beide Richtungen Unterbrechung.
- Eine BAV99 prüft man wie zwei Dioden: 1→3 und 3→2.
- Eine Z-Diode verhält sich in Durchlassrichtung wie eine normale Diode; die Z-Spannung über 2–3 V misst das Multimeter nicht — dafür Labornetzteil und Vorwiderstand.
- Eine bidirektionale TVS ab 5 V zeigt in beide Richtungen OL, das ist normal.
- Eine rote LED kann bei etwa 1,6–2 V schwach leuchten; blaue und weiße brauchen um 3 V, viele Messgeräte zeigen dann OL — das allein heißt nicht, dass die LED defekt ist.
Auf der Platine verfälschen parallele Pfade die Messung. Wirken die Werte seltsam, einen Anschluss auslöten und erneut messen.
Typische Fehler
- Tantal und Diode verwechselt. Der Strich am Tantalkondensator ist Plus, an der Diode die Kathode. Mehr dazu unter SMD-Kondensatoren Kennzeichnung.
- Code ohne Bauform gesucht.
A7auf SOT-23 und auf einem anderen Gehäuse sind verschiedene Bauteile. - Schottky durch Standarddiode ersetzt. Im Schaltnetzteil wird sie heiß und sperrt zu langsam. Umgekehrt ist es ebenfalls riskant: Schottky-Dioden haben höheren Sperrstrom und niedrigere Spannungsfestigkeit.
- Toleranzbuchstabe übersehen. BZX84C und BZX84B haben unterschiedliche Codes und Genauigkeit.
- Falscher TVS-Typ. Auf Endung CA und Strich achten.
Für ICs siehe SMD-ICs Kennzeichnung, für Widerstände SMD-Widerstände Kennzeichnung.
Kurz gesagt
- Strich an der Diode = Kathode (−); Strich am Tantalkondensator = Plus.
- Der Aufdruck ist ein Herstellercode; Suche über Code, Bauform und Pinzahl, Bestätigung im Datenblatt.
- M7 im SMA: 1000 V, 1 A; A7 im SOT-23: BAV99; Z2: BZX84C5V1 (bei den geprüften Herstellern).
- Eine TVS ohne Strich ist meist bidirektional (CA).
- Diodentest: Silizium ca. 0,5–0,7 V, Schottky weniger; blaue und weiße LEDs leuchten oft nicht.
In ServiceCenterSoft ist eine getauschte Diode eine Position im Kostenvoranschlag der Reparatur, entnommen aus dem Lager. Das Lager wird als Journal geführt: Zugang, Abbuchung in die Reparatur, Bestand und Mindestbestand; Teile nahe am Minimum erscheinen im Filter „werden knapp“. Mehr dazu unter Ersatzteilverwaltung.
Wo ist bei einer SMD-Diode die Kathode?
Auf der Seite mit dem Strich. Ein heller Strich auf schwarzem Kunststoff oder ein farbiger Ring beim Glas-MELF kennzeichnet die Kathode, also Minus in Durchlassrichtung. Nicht mit dem Tantalkondensator verwechseln: Dort bedeutet der Strich Plus.
Was bedeutet M7 auf einer SMD-Diode?
Im SMA-Gehäuse (DO-214AC) ist M7 ein Gleichrichter für 1000 V und 1 A mit denselben Werten wie die 1N4007 — so kennzeichnen ihn etwa Diotec und MCC. Die Reihe M1…M7 reicht von 50 bis 1000 V. Auf einem anderen Gehäuse kann derselbe Code ein anderes Bauteil sein.
Wie finde ich eine Diode über den Code auf dem Gehäuse?
Der Code ist ein Herstellerkürzel, keine Typbezeichnung. Gesucht wird nach drei Merkmalen: Code, Bauform und Pinzahl. Ein SMD-Code-Verzeichnis liefert Kandidaten, die Spalte Marking im Datenblatt entscheidet. Beispiel: A7 im SOT-23 ist bei onsemi und Nexperia eine BAV99 (zwei Dioden in Reihe).
Warum hat meine TVS-Diode SMAJ keinen Strich?
Sehr wahrscheinlich ist sie bidirektional, mit der Endung CA. Bidirektionale Typen haben keinen Strich und keine Polung; unidirektionale (Endung A) tragen den Kathodenstrich. Auch die Codes unterscheiden sich: Vishay kennzeichnet SMAJ5.0A mit AE und SMAJ5.0CA mit WE.
Wie prüfe ich eine SMD-Diode mit dem Multimeter?
Im Diodentest: rote Spitze an die Anode, schwarze an die Kathode. Eine Silizium-Gleichrichterdiode zeigt etwa 0,5–0,7 V, eine Schottky weniger, etwa 0,15–0,4 V; umgekehrt zeigt das Gerät OL. Die Werte hängen vom Messgerät ab. Blaue und weiße LEDs bringen viele Multimeter nicht zum Leuchten — das heißt noch nicht, dass sie defekt sind.
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